Ratgeber · Karteikarten

Karteikarten für Jura, die wirklich wirken

Definitionen, Schemata und Merksätze müssen im Examen sofort da sein. Karteikarten mit verteilter Wiederholung sind dafür das wirksamste Werkzeug, wenn man sie richtig nutzt.

Lesesaal einer Bibliothek mit Galerie und Uhr.

Warum Karteikarten funktionieren

Eine Karteikarte zwingt dich, die Antwort aus dem Gedächtnis zu holen, bevor du sie siehst. Genau dieser Abruf stärkt die Erinnerung. Roediger und Karpicke (2006) nannten das den Testungseffekt: Wer sich abfragt, behält mehr als wer erneut liest.

Der zweite Hebel ist der Abstand. Hermann Ebbinghaus beschrieb 1885 die Vergessenskurve, nach der Gelerntes ohne Wiederholung schnell verblasst. Wiederholst du kurz bevor du vergisst, wird die Spur jedes Mal stabiler, und die nächste Wiederholung kann später kommen. Cepeda und Kollegen (2006) bestätigten diesen Abstandseffekt in einer Auswertung von mehr als 300 Experimenten.

Dunlosky und Kollegen (2013) bewerteten verbreitete Lerntechniken. Abfragen und verteiltes Üben erhielten als einzige die Bestnote für ihren Nutzen.

Typische Fehler mit Karteikarten

  • Zu viel Text auf einer Karte. Eine Karte, eine Frage.
  • Die Rückseite lesen, bevor man selbst geantwortet hat. Dann fehlt der Abruf.
  • Alle Karten gleich oft wiederholen. Leichte Karten kosten Zeit, schwere kommen zu selten.
  • Karten nur vor der Klausur ziehen. Gebündeltes Lernen hält nicht bis zum Examen.
  • Definitionen ohne Fall lernen. Wissen muss auch angewendet werden.

Karteikarten in Lexxington

Der deutsche Kurs enthält 1.116 Karteikarten und 300 Definitionen, geordnet nach Fach und Lektion. Dazu kommen Karten zum Landesrecht deines Bundeslands.

Wiederholung nach Plan

Du wischst jede Karte nach rechts, wenn du sie wusstest, und nach links, wenn sie noch einmal kommen soll. Daraus berechnet die App den nächsten Termin. Karten, die sitzen, kommen in wachsenden Abständen wieder. Karten, die wackeln, kommen bald zurück. Du siehst jeden Tag nur, was gerade fällig ist.

Erst einschätzen, dann aufdecken

Vor der Antwort gibst du an, wie sicher du bist. Irrtümer, bei denen du dir sicher warst, prägen sich nach der Korrektur besonders gut ein. Butterfield und Metcalfe (2001) beschrieben dieses Phänomen als Hyperkorrektur.

Von der Karte zum Fall

Zu jeder Definition gibt es Fälle, in denen du sie anwendest. So bleibt das Wissen nicht abstrakt. Wie du Fälle aufbaust, steht im Ratgeber Fälle lösen im Gutachtenstil.

Speed-Runde und Paragraphen-Dating

Zwei Spielformen ergänzen die Karten. In der Speed-Runde entscheidest du 60 Sekunden lang unter Zeitdruck. Beim Paragraphen-Dating ordnest du Fragen der richtigen Norm zu.

Was auf eine gute Jura-Karteikarte gehört

Eine gute Karte stellt eine präzise Frage, auf die es eine klare Antwort gibt. Im Jurastudium eignen sich dafür vor allem Definitionen, Prüfungsreihenfolgen, Normen und Abgrenzungen.

  • Definition: „Was ist eine Wegnahme im Sinne des § 242 StGB?“ Antwort: der Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendig tätereigenen Gewahrsams.
  • Norm: „Wo ist der Zugang einer Willenserklärung unter Abwesenden geregelt?“ Antwort: § 130 Abs. 1 S. 1 BGB.
  • Aufbau: „Nenne die Prüfungsschritte der Verhältnismäßigkeit.“ Antwort: legitimer Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit.
  • Abgrenzung: „Woran unterscheidet sich Raub von räuberischer Erpressung?“ Antwort: nach Ansicht der Rechtsprechung am äußeren Erscheinungsbild von Wegnahme oder Weggabe.

Lange Erklärungen gehören nicht auf die Karte, sondern in die Lektion. Die Karte holt den Kern zurück, die Lektion liefert den Zusammenhang. In Lexxington sind beide verknüpft: Von jeder Karte kommst du zur passenden Lektion und zur Norm im Gesetz.

Abdecken statt nur ansehen

Auch Lektionen lassen sich wie Karteikarten nutzen. In Lexxington liegt jeder Abschnitt einer Lektion hinter einer Karte, zum Beispiel „Nenne die sechs Punkte“. Du sagst die Antwort zuerst und deckst dann auf. So wird aus Lesen Abrufen.

Eine Routine, die durchhält

  1. Jeden Tag zuerst die fälligen Karten, meist zehn bis fünfzehn Minuten.
  2. Neue Karten nach der passenden Lektion lernen, nicht davor.
  3. Ehrlich wischen. Wer zu großzügig ist, sieht schwere Karten zu selten.
  4. Bei einer hartnäckigen Karte Lexxi fragen und ein Beispiel geben lassen.
  5. Auch an Tagen ohne Zeit wenigstens die fälligen Karten schaffen.

Mehr zur Methode findest du unter Jura lernen mit App und auf der Seite Wissenschaft.

Häufige Fragen

Wie viele Karteikarten hat Lexxington?

Der deutsche Kurs enthält 1.116 Karteikarten und 300 Definitionen. Dazu kommen Karten zum Landesrecht aller 16 Bundesländer.

Kann ich eigene Karteikarten anlegen?

Ja. Neben den Karten des Kurses kannst du eigene Karteikarten anlegen und in Ordnern sortieren. Lexxi schreibt dir auf Wunsch auch Karten aus einem Text.

Wie oft sollte ich wiederholen?

So oft, wie die App Karten als fällig anzeigt. Der Plan passt sich an deine Antworten an. Täglich kurz ist besser als selten lang.

Funktionieren die Karteikarten offline?

Ja. Du kannst die Inhalte deines Bundeslands herunterladen und offline lernen.

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